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Unangenehme Zeugen in Brasilien getötet
10.10.2003









Ein Mann, der mit einer UN-Untersuchungsbeamtin als Zeuge für Todesschwadrone der Polizei in Brasilien gesprochen hat, ist knapp drei Wochen später erschossen worden, berichtete AP am Freitag.

Gerson de Jesus Bispo, der den Tod seines Bruders untersuchte, hatte am 20. September mit der UN-Beamtin Asma Jahangir gesprochen, die die Existenz von Todesschwadronen der Polizei in dem Land untersucht.

Erst am 27. September war Flavio Manoel da Silva, ein weiterer von Jahandir vernommener Zeuge, unter ungeklärten Umständen getötet worden. Am Mittwoch hatte der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva Jahangir gegenüber gesagt, daß "es eine absolute Notwendigkeit ist, diejenigen zu schützen, die den Mut haben, Gerechtigkeit zu suchen."

"Dies ist eine klare Herausforderung, die zeigen soll, daß trotz der Zusage des Präsidenten, die Leute zu schützen, sie [die Todesschwadrone] unangreifbar sind", sagte der Minister für Menschenrechte, Nilmario Miranda.

"Wir haben heute Morgen mit großer Bestürzung von der Ermordung einer zweiten Person erfahren, die mit der Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Hinrichtungen gesprochen hat", so Jose Diaz, Sprecher des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf.

Jahandir befindet sich auf Einladung der brasilianischen Regierung in dem Land, um mehrere Fälle von Todesschwadronen zu untersuchen.

In Santo Antonio de Jesus, dem Heimatort Bispos, haben Todesschwadrone nach der Explosion einer Feuerwerksfabrik im Jahre 2001, bei der 64 Menschen getötet worden, begonnen Menschen zu töten. Dem Bericht eines Menschenrechtsrats in dem Bundesstaat Bahia zufolge sind seitdem in dem Ort mindestens 42 Menschen verschwunden, höchstwahrscheinlich tot.

Vor 10 Jahren war es in der Hauptstadt Rio de Janeiro zu zwei Massakern gekommen. Bei dem ersten Vorfall wurden 8 Straßenkinder, die vor einer Kirche schliefen, getötet. Einen Monat später wurden 21 Bewohner eines Armenviertels von schwerbewaffneten Männern getötet.

Einem Bericht von Amnesty International zufolge sind nur zwei der 50 Polizisten, denen eine Mittäterschaft vorgeworfen wird, bisher ins Gefängnis gekommen.




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