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Saudi-Arabien denkt über Atombombe nach
18.09.2003









Wie der britische Guardian am Donnerstag berichtete, gibt es in Saudi-Arabien Bestrebungen, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.

Ein Strategiepapier, daß in höchsten Regierungskreisen in Riyadh bearbeitet wird, nennt drei mögliche Lösungen für das wachsende Unsicherheitsgefühl des Landes.

- Als Abschreckung in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen

- Eine Allianz mit einer bestehenden Atommacht aufrechtzuerhalten oder einzugehen

- Ein Abkommen über einen atomwaffenfreien Mittleren Osten zu erreichen

Saudi-Arabien fühlt sich durch die israelischen Atomwaffen und die angenommen iranischen Bestrebungen, ebenfalls in ihren Besitz zu gelangen, zunehmend bedroht. In der Vergangenheit wurde das Land durch die amerikanischen Atomwaffen geschützt, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben sich die Beziehungen der beiden Länder aber stark verschlechtert, so daß man nun offensichtlich auf der Suche nach einer anderen Lösung ist.

Ein Vertrag über einen atomwaffenfreien Mittleren Osten dürfte in jedem Fall daran scheitern, daß Israel seine Atomwaffen nicht aufgeben wird.

Als Partner für eine Allianz kämen praktisch nur die USA in Frage, da Israel hier kaum in Frage käme und Iran - so denn tatsächlich in dem Land an Atomwaffen geforscht wird - noch keine einsatzbereiten Waffen besitzt. Weiter entfernt wäre Pakistan theoretisch noch eine Möglichkeit, es ist aber unwahrscheinlich, daß das Land sein ohnehin schon angespanntes Verhältnis mit Indien noch weiter belasten würde.

Faktisch bleibt also nur die Möglichkeit für Saudi-Arabien, selbst in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.

David Albright, Direktor des Institute for Science and International Security, ein Think-Tank in Washington, bezweifelt, daß das Land selbst versuchen würde, Atomwaffen zu entwickeln. Er hält es für wahrscheinlicher, daß Riyadh versuchen würde, diese im Ausland einzukaufen.

Finanziell dürfte dies kaum ein Problem darstellen und könnte sehr schnell zu einer weiteren Atommacht im Mittleren Osten führen. Auch strategisch wäre dieser Weg langfristig sicherlich vielversprechend, da die Wahrscheinlichkeit, daß Forschungsanlagen und Reaktoren für die eigene Entwicklung von Atomwaffen angegriffen würden, wenn das Land schon Atomwaffen besäße, sicherlich wesentlich geringer wären.

Als Verkäufer dürften in erster Linie Pakistan, Rußland und Nordkorea - wobei hier der Transportweg ein Problem darstellen könnte - in Betracht kommen. Während Pakistan gute Beziehungen zu Saudi-Arabien unterhält, könnte ein "nicht offizieller" Ankauf in Rußland einfacher sein.

In jedem Fall zeigt sich, wie das amerikanische Handeln die Region des Mittleren Ostens destabilisiert hat und dies auch weiterhin tut.




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