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"Widerstand ist zwecklos"
01.09.2003









Die Mitglieder der Bush-Regierung scheinen große Fans der Science-Fiction-Serie "Star Trek" zu sein und haben sich offenbar besonders von der Kampfkraft der "Borg" beeindrucken lassen, allerdings haben sie offensichtlich die ethische Botschaft nicht verstanden.

In der Serie haben die "Borg" es geschafft, ihre Körper durch eine Reihe technischer Geräte zu "verbessern" und stehen ständig geistig mit den anderen in Kontakt, so daß sie keine eigene Identität mehr haben und die Befehle des Kollektivs ausführen.

Die dem amerikanischen Verteidigungsministerium unterstehende DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency, Behörde für fortgeschrittene Forschungsprojekte zur Verteidigung) arbeitet derzeit an einer ganzen Reihe von Projekten, die amerikanische Soldaten dem Bild von Borgs schon sehr nahe bringen würden. Der Leitgedanke ist dabei, daß der Soldat mittlerweile aufgrund der fortgeschrittenen Technik das "schwächste Glied" auf dem Schlachtfeld darstellt, das dringend einer "Verbesserung" bedarf.

Continuous Assisted Performance (durchgehende unterstützte Leistung)
CAP will erreichen, daß Soldaten bis zu 7 Tage ohne Schlaf auskommen und ohne das ohne, daß ihre Leistung dabei nachläßt. Dieses Ziel soll durch verschiedene psychologische, chemische, operative und technische Lösungen erreicht werden.

Persistence in Combat (Unnachlässigkeit im Kampf)
Hier soll der Soldat Verletzungen auf dem Feld selbst so weit versorgen, daß er weiterkämpfen kann. Dies könnte zwar auf den ersten Blick auch zu einer schnelleren Heilung führen, die Priorität liegt aber eindeutig darauf, die Einsatzfähigkeit wiederherzustellen. Das bedeutet auch, Wege zu finden, Schmerzen zu unterdrücken ohne "die Leistungsfähigkeit des Kämpfers zu behindern."

Exoskeletons for Human Performance Augmentation (Außenskelette zur menschlichen Leistungssteigerung)
Bei diesem Programm sollen Außenskelette entwickelt werden, die "die Geschwindigkeit, Stärke und Ausdauer von Soldaten" erhöhen sollen. Diese eine eigene Energiequelle mitführenden Geräte könnten nach Vorstellung der DARPA "die Nutzlast und/oder die Reichweite der Soldaten erweitern und ihre Tödlichkeit und Überlebensfähigkeit erhöhen."

Brain Machine Interfaces (Gehirn-Maschine-Schnittstellen)
Dies stellt sicherlich das tiefgreifendste, aber auch das erschreckendste Projekt in dieser Reihe dar. Über Implantate oder auf andere, allerdings noch nicht bekannte oder erforschte Arten sollen nicht nur Maschinen direkt über ein Kabel oder per Funk gesteuert werden können, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Soldat selbst.
Während die DARPA in der Beschreibung noch viel Wert auf Methoden legt, die ohne das Einpflanzen eine Microchips ins Gehirn auskommen, ist ein am 19. Juni 2003 in der Zeitschrift Nature erschienener Artikel anderer Ansicht. Der momentan verfolgte Weg ist demzufolge eindeutig das Implantieren von Microchips und andere Wege sind nur Möglichkeiten, die in der Zukunft vielleicht bestehen könnten.

Ein im Mai vergangenen Jahres in dem britischen Guardian veröffentlichter Artikel, der ein weiteres Forschungsprojekt beschreibt, das durch die DARPA gefördert worden war, zeigt, daß eben nicht nur die Steuerung von Maschinen durch Gedanken von den Militärs gewünscht wird, sondern auch die Möglichkeit, die Soldaten "fernzusteuern."

Forschern war es in dem Projekt gelungen, Ratten einen Chip einzupflanzen, der mit einem Empfänger auf ihrem Rücken verbunden war und sie so mit Tastaturbefehlen fernzusteuern.

Wenn es nach der DARPA - und damit dem US-Verteidigungsministerium - geht, werden die "Soldaten der Zukunft" also durch äußerlich getragene Maschinen schneller und stärker, brauchen keinen Schlaf, stillen auf Befehl per Fernsteuerung die Blutung, wenn ihnen ein Arm abgerissen wurde und kämpfen dann weiter, weil sie keinen Schmerz fühlen.

Von den ethischen und medizinischen Konsequenzen abgesehen würde eine solche "Cyborg-Armee" sicherlich nicht dazu führen, daß weniger oder unblutigere Kriege geführt würden. Schließlich gäbe es keine Soldaten mehr, die aus Gewissensgründen eben nicht den Abzug ziehen, weil sie keine Wahl hätten, als den Befehlen in ihrem Kopf zu gehorchen und für diejenigen, die die Befehle geben würden, wäre es ein entferntes, unpersönliches Töten wie in einem Videospiel. Dieses Verhalten ist schon heute bei den Bomberpiloten zu beobachten, die aus großer Höhe ihre Bomben abwerfen ohne die Wirkung selbst zu sehen.




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