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Nachrichten, die man nicht überall findet.




Ebay, Paypal, CIA & FBI
21.09.2003









Daß Ebay mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet, wenn diese das wollen, ist jedem klar, der die Nutzungsbedingungen Ebays gelesen hat. Wie weitreichend diese Zusammenarbeit ist, hat am Sonntag ein Artikel in der israelischen Haaretz enthüllt.

Haaretz ist in den Besitz einer Aufzeichnung einer Rede von Joseph Sullivan vor einer Reihe von hochrangigen Beamten mehrerer Strafverfolgungsbehörden der USA anläßlich der "Cyber Crime 2003"-Konferenz gelangt. Sullivan ist Leiter der Abteilung für "Strafverfolgung und Gesetzeseinhaltung" bei Ebay.com.

In der Rede, von der Reporter ausgeschlossen waren, machte er klar, inwieweit Ebay die Daten seiner Nutzer schützen will, wenn staatliche Stellen Interesse an ihnen zeigen. Gar nicht. Dies sei eine Sache des Patriotismus.

Nach Sullivans Aussage hat Ebay seit dem Tag, als es 1995 online ging, jedes Quentchen Information, das über die Website lief, gespeichert. Jedes Gebot, jedes Angebot, jede interne Nachricht, jeder Forumsbeitrag, alles wurde gespeichert.

Und diese Informationen gibt Ebay bereitwillig an staatliche Stellen, wenn diese danach fragen. "Ein Gerichtsbeschluß ist nicht nötig", so Sullivan.

"Bei uns brauchen Sie keine Vorladung zeigen, außer in außergewöhnlichen Fällen", sagte er. "Wenn jemand unsere Site benutzt und auf den "Einverstanden"-Knopf klickt, ist es, als ob er zustimmt, daß wir alle seine Daten an die staatlichen Stellen übergeben. Das bedeutet, wenn sie Strafverfolgungsbeamter sind, brauchen Sie uns nur ein Fax zu senden und um die Informationen zu bitten, fragen Sie nach der Person hinter der Verkäufernummer und wir werden Sie mit seinem Namen, Adresse, Verkaufsgeschichte und weiteren Details versorgen - alles, ohne daß sie einen Gerichtsbeschluß vorweisen müssen." Nach seiner Aussage erhält er ungefähr 200 solcher Anfragen pro Monat, die meisten davon inoffiziell als Fax oder Email.

Ebay geht aber noch weiter. Sullivan erzählte von einem Fall, in dem Ermittler einen Ebay-Benutzer verdächtigten, mit gestohlenen Autos zu handeln. Daraufhin gab Ebay ein Gebot auf eines der Fahrzeuge ab. Der Handel kam aber nicht zustande, da für das Gebot ein neuer Benutzer angelegt worden war und der Verkäufer aufgrund des neuen Benutzers und den nicht vorhandenen Bewertungen mißtrauisch wurde.

Seit dem werden, so Sullivan, für solche Fälle Benutzerkonten angelegt und mit einer umfangreichen Geschichte, einschließlich erfundener Bewertungen ausgestattet.

Und selbst das reichte Sullivan anscheinend noch nicht.

"Sagen Sie uns, was Sie die bösen Jungs fragen wollen. Wir werden ihnen ein Formular schicken, von uns unterzeichnet, und ihnen die Fragen stellen. Wir werden die Antworten direkt an Ihre Email-Adresse schicken."

Im Juli 2002 wurde PayPal von Ebay aufgekauft. Damit stehen Ebay nun auch detaillierte Informationen über die Geldflüsse seiner Benutzer - und vieler anderer Menschen - zur Verfügung. PayPal hat derzeit ungefähr 20 Millionen Benutzer.

Zwei Jahre zuvor hatte Ebay Half.com, einen Internethändler für CDs und Bücher gekauft. Und auch die hierbei gewonnenen Informationen stellt Ebay gern zur Verfügung. "Jedes Buch oder CD kommt mit einem Strichcode. Wir wissen also, wer was gekauft hat."

Wer jetzt glaubt, in Sicherheit zu sein, weil er ja bei Ebay.de und nicht bei Ebay.com registriert ist, sollte sich die Nutzungsbedingungen noch einmal durchlesen. Nicht nur, daß der Betreiber ein schweizer Unternehmen ist, das nicht den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegt, bei der Registrierung stimmt der Benutzer auch zu, daß sämtliche Daten auch an Ebay.com übertragen werden.




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