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USA: Lügen überall
21.09.2003









Wie der britische Observer am Sonntag berichtete, beschränken sich die Wirklichkeitsanpassungen der Bush-Regierung an ihre politischen Ziele nicht nur auf die Außen- und Sicherheitspolitik.

Emails und interne US-Regierungsdokumente belegen, daß die US-Regierung ebenfalls alles daran setzt, das Problem der Klimaveränderung für nicht existent zu erklären. Umweltschutzorganisationen dürften sich durch den Bericht in ihren Anschuldigungen, daß US-Präsident George W. Bush einseitig im Sinne der Ölindustrie handelt, bestätigt sehen.

Die dem Observer vorliegenden Informationen belegen, daß die US-Regierung sogar direkt gegen die US-Umweltbehörde EPA und vermutlich auch die damalige Leiterin, Christine Whitman, vorgegangen ist.

Eine Email vom 3. Juni 2002 zeigt, daß Beamte des Weißen Hauses mit dem Competitive Enterprise Institute (CEI), einer Lobbygruppe der Ölindustrie, zusammenarbeiteten, um einen Bericht der EPA herunterzuspielen, der sich mit der Erderwärmung auseinandersetzte. In der von Myron Ebell, einem Direktor des CEI, an Phil Cooney, den Stabschef des Weißen Hauses gesandten Email schreibt Ebell:

"Danke für den Anruf und das Ersuchen um unsere Hilfe."

In der Email werden eine Reihe von Möglichkeiten aufgezählt, wie der Bericht der EPA heruntergespielt werden könnte und wie man Mitarbeiter der EPA, einschließlich der damaligen Leiterin Christine Whitman, loswerden könnte.

Das CEI hat eine andere Klimaforschungsbehörde der US-Regierung wegen den von dieser vorgelegten Beweisen für die Erderwärmung verklagt. Die Enthüllung der Dokumente und Emails hat jetzt zu Forderungen nach einer Untersuchung geführt, ob die US-Regierung und das CEI den Rechtsstreit abgesprochen haben.

Der Justizminister des US-Bundesstaates Connecticut, Richard Blumenthal, sagte: "Diese Email deutet darauf hin, daß es eine geheime Initiative der Regierung gibt, einen Rechtsstreit gegen sich selbst zu inszenieren um so zu versuchen, einen offiziellen Bericht der US-Regierung über die Gefahren der Erderwärmung zu diskreditieren."

Die Anschuldigungen wurden von Beamten des Weißen Hauses als auch vom CEI bestritten.

Andere dem Observer vorliegende Dokumente zeigen, daß das Weiße Haus versucht, Forschungsergebnisse, die die Erderwärmung belegen, zu unterdrücken. Ein vier Seiten langes internes Memo der EPA besagt, daß Bushs Mitarbeiter auf tiefgreifenden Änderungen in dem Abschnitt der Umweltstudie der EPA bestanden, der sich mit dem Klimawandel beschäftigte.

Mehrere Passagen, beispielsweise über die Auswirkungen der Erderwärmung auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit, wurden gelöscht und in zahlreichen Fällen wurden Worte wie "möglicherweise" und "vielleicht" eingefügt. Dies führte zu der Beschwerde der EPA, daß "Unsicherheit eingefügt wird, wo es tatsächlich keine gibt."

Die Änderungen führten schließlich dazu, daß die EPA den kompletten Bereich des Berichts, der sich mit der Erderwärmung befaßte, aus der Veröffentlichung des Berichts entfernte, was für die US-Regierung sicherlich kein unangenehmes Ergebnis war.

Die damalige Leiterin der EPA, Christine Whitman, hat im Mai diesen Jahres ihren Rücktritt eingereicht, weil es für sie "an der Zeit war, wieder zu ihrem Ehemann zurückzukehren."

Die resultierende Botschaft ist dabei eindeutig. Wem sein Arbeitsplatz lieb ist, der sollte es sich zwei Mal überlegen, einen Standpunkt zu vertreten, der von dem der US-Regierung abweicht.

Es ist also kaum zu erwarten, daß in Zukunft noch einmal eine US-Behörde versuchen wird, auf die Problematik der Erderwärmung - oder ein anderes mißliebiges Thema - einzugehen.




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