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Eugenik in den USA
29.09.2003









Der Weg zur "Herrenrasse" führte für die Nazis in Hitlerdeutschland auch über die Eugenik, sprich die Kontrolle, welche Menschen "sich vermehren" dürfen und welche nicht. Um diese Kontrolle auszuüben, wurden Hunderttausende zwangssterilisiert.

Die Grundlagen hierfür wurden bereits im Jahr 1883 von dem Briten Sir Francis Galton geschaffen. Er schuf als erster eine Theorie, daß die "menschliche Rasse" durch Eugenik zu "verbessern" wäre.

In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich dieser Gedanke in fast alle Länder, mit Ausnahme von Großbritannien und Schweden.

In den Vereinigten Staaten wurde 1896 im Bundesstaat Connecticut ein Gesetz erlassen, daß "Epileptikern, Schwachsinnigen und Geistesschwachen" die Heirat verbot.

Mit dem Fortschritt der Medizin wurde dieses Verbot später durch Zwangssterilisationen durchgesetzt. Schätzungen zufolge sind in den USA über 100.000 Menschen im Rahmen dieses Programms sterilisiert worden. Dabei handelte es sich nicht unbedingt immer um offenen Zwang, häufig wurden die Menschen auch einfach im Unklaren über die Folgen des Eingriffs gelassen.

Während die Eugenik in Deutschland mit der Befreiung von den Nationalsozialisten ihr Ende fand, wurde sie in den USA noch bis ins Jahr 1974 weiter aktiv angewendet und Menschen zwangssterilisiert.

Richtete sich das Programm anfangs vorrangig gegen Kranke und Behinderte, waren später vermehrt Verbrecher und schließlich vorrangig Schwarze betroffen.

Im Jahr 2002 schließlich entschuldigten sich die Gouverneure der US-Bundesstaaten Virginia und Oregon bei den Opfern.

Wie AP am Montag berichtete, hat der Gouverneur des US-Bundesstaates North Carolina, Mike Easley, im vergangenen Monat einen Beschluß unterschrieben, der noch lebenden Opfern Zuwendungen in Form von Bildungsmöglichkeiten an der University of North Carolina und Krankenversorgung gewähren soll.

Von einer wirklichen Entschädigung für die geschätzten 7.600 Menschen, die allein in diesem Bundesstaat von dem Programm betroffen waren, ist allerdings wieder nicht die Rede.

Hier zahlt sich für die Täter - den Staat - offensichtlich aus, daß die Opfer sich vielfach ihrer Rechte nicht bewußt sind. Angesichts wirklich absurder Gerichtsurteile wie dem der 81-jährigen Stella Liebeck, der 2,7 Millionen US-Dollar zugesprochen wurden, weil der Kaffee einer McDonalds-Filiale, den sie während einer Autofahrt auf ihre Beine verschüttet hatte und der dort Verbrühungen hervorgerufen hatte, zu heiß gewesen war, ist jedenfalls anders kaum erklärbar, warum bisher nicht einmal der Versuch einer Sammelklage gegen die US-Regierung unternommen worden ist.




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