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Kein Platz für Fragen
02.09.2003









Seit Wochen schießen die großen deutschen Medien aus fast allen Rohren auf ein neues Feindbild: "Verschwörungstheoretiker".

Dabei spräche ja nichts gegen eine kritische Auseinandersetzung mit den aufgestellten Thesen. Dem dabei angeschlagenen Tonfall nach könnte man aber glauben, Autoren wie Mathias Bröckers, Andreas von Bülow und Gerhard Wisnewski würden durch ihre Bücher den Untergang des Abendlandes provozieren.

Ein Spiegel-Artikel bezeichnete die Autoren als "Spökenkieker" und sprach von einem "abstrusen Buch", ein Interview in der Jungle World nennt die Autoren "gescheiterte Existenzen" und unterstellt bei der Gelegenheit auch gleich Antisemitismus und auch der Rheinische Merkur ist sich für das Ziehen dieses Vergleichs nicht zu schade.

Die Frankfurter Allgemeine sieht eine "paranoide Amerika-Feindschaft" und bezeichnet Noam Chomsky als "Guru halbgarer Amerika-Verachtung", die NDR-Sendung Panorama schaffte es in einem Bericht ebenfalls, den Bogen zu dem Neonazi Horst Mahler zu schlagen und in einer Sendung (nur als Real-Media-Datei, Mitschrift hier) von Radio Eins wurde von "Verschwörungsidioten" gesprochen und Andreas von Bülow als "völlig durchgeknallt" bezeichnet.

Ein Artikel in der Süddeutschen nennt die Autoren "argumentative Schwindler" und fragt "Wie nämlich konnte Bülow Staatssekretär werden? Und: Was hat Bülow in seiner Zeit im Amt angerichtet?"

Ein Artikel der Welt nennt dann mal wieder von Bülow, Bröckers und Mahler in einem Atemzug und schließt auch mit einem Verweis auf Leugner des Holocausts und auch Telepolis veröffentlichte einen Artikel, der frei von Fakten, dafür aber um so polemischer über eine noch gar nicht stattgefundene Konferenz zum Thema berichtet.

Was all diese Artikel, Berichte und Interviews gemein haben, ist die polemische, meist sogar persönlich beleidigende Art und der Unwillen, die angeblich so idiotischen Behauptungen durch Fakten zu widerlegen.

Dieses gehäufte Auftreten von derartig groben Ausfällen macht nachdenklich. Die zeitliche Nähe zum Jahrestag der Anschläge kann als Erklärung kaum ausreichen, die gab es - ebenso wie diverse Theorien dazu - auch schon vor einem Jahr.

Könnte Neid auf den großen Erfolg der Bücher - Bröckers erstes Buch hat sich längst über 100.000 Mal verkauft - den einen oder anderen Journalisten möglicherweise dazu bringen, einen solchen Artikel zu verfassen, scheint es unwahrscheinlich, daß dies auf eine so große Anzahl von Journalisten - und Redaktionen - zutrifft.

Einige Fäden laufen im "Netzwerk Recherche e.V." zusammen. Sowohl der Spiegel-Autor Cziesche, die Panorama-Moderatorin Anja Reschke als auch der Radio Eins-Interviewpartner und Autor des Artikels in der Süddeutschen Hans Leyendecker sind hier Mitglieder des Vorstands.

Gemäß der Selbstdarstellung auf der Website soll "der Verein Netzwerk Recherche eine Lobby für den in Deutschland vernachlässigten investigativen Journalismus sein." Dieses Ziel scheinen die genannten Vorstandsmitglieder zwar aus den Augen verloren zu haben, da auch eine ganze Reihe von Nichtmitgliedern für die genannten Artikel verantwortlich ist, ist auch diese Spur aber nur mäßig heiß.

Alexandra Bader wirft in einem Artikel zu dem Radio-Interview die Frage auf, ob es sich möglicherweise um eine gezielt gesteuerte Kampagne - möglicherweise von Geheimdiensten - handelt. Das wäre zwar wiederum eine neue Verschwörungstheorie, der Gedanke ist aber auch nicht von der Hand zu weisen.

Die in den Büchern aufgeworfenen Fragen sind sicherlich alles andere als bequem - für die betroffenen Politiker ebenso wie für Leser, die sich nicht von ihrer vorgefassten Meinung abbringen lassen wollen und sicherlich auch für Journalisten, die sich der Frage gegenüber sehen, warum sie, statt diese Fragen zu stellen, die offiziellen Erklärungen übernommen haben, ohne sie zu hinterfragen.

Das Interesse, die Autoren zu diskreditieren dürfte also recht groß sein. Daß dies allerdings in einer kurzen Zeitspanne zu dermaßen vielen Berichten führt, die alle nach dem gleichen Schema funktionieren - "Spinner", "Antisemiten", "keine Beweise" - läßt tatsächlich den Verdacht einer von außen gesteuerte Aktion aufkommen.

Vielleicht werden in nächster Zeit ja noch weitere Artikel veröffentlicht. Erstaunlicherweise hat ja bisher keiner der Autoren Bröckers als "Kiffer" bezeichnet - und das, obwohl sich eine derartige Diffamierung durch sein Buch "Cannabis. Hanf, Hemp, Chanvre, Canamo" doch geradezu aufdrängt.

Sollte es sich tatsächlich um eine gezielte Diffamierungskampagne handeln, dürfte das Ende noch längst nicht erreicht sein.



Hier noch eine kleine Auswahl von Büchern der genannten Autoren:

Mathias Bröckers: Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.

Mathias Bröckers: Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.

Andreas von Bülow: Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste

Andreas von Bülow: Im Namen des Staates

Noam Chomsky: Offene Wunde Nahost. Israel, die Palästinenser und die US-Politik.

Noam Chomsky und andere: Angriff auf die Freiheit? Die Anschläge in den USA und die 'Neue Weltordnung'

Noam Chomsky: Hybris. Die endgültige Sicherung der globalen Vormachtstellung der USA

Gerhard Wisnewski: Operation 9/11. Angriff auf den Globus

Gerhard Wisnewski: Das RAF-Phantom. Wozu Politik und Wirtschaft Terroristen brauchen




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