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Israel spricht offen über Tötung Arafats
15.09.2003









Israel spricht mittlerweile offen darüber, den Palästinenserführer Yasser Arafat töten zu wollen. Ehud Olmert, der stellvertretende israelische Premierminister, sagte am Sonntag, daß die Tötung Arafats "definitiv eine der Möglichkeiten" ist, berichtete der britische Independent. Dies würde seiner Ansicht nach moralisch keinen Unterschied zu anderen "gezielten Tötungen" Israels machen. Ein Punkt, dem sicherlich größtenteils zuzustimmen ist, auch wenn Olmerts Intention eine andere war, als das israelische Verhalten zu kritisieren.

Es sei nur eine praktische Frage, so Olmert weiter. "Was ist der Nutzen? Was wäre die Reaktion?"

Auch der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz und der Leiter des israelischen Sicherheitsdienstes Shin Bet, Avi Dichter, halten die Tötung Arafats für die bessere Lösung. Dichter ist der Ansicht, daß das Aufsehen in dem Fall schneller nachlassen würde als bei einer Deportation Arafats.

Israel spricht hier offen über die Ermordung eines Politikers - des gewählten Präsidenten - eines anderen Landes, weil dieser nach israelischer Ansicht den Terrorismus der Organisationen wie Hamas unterstützt - oder zumindest nicht gegen sie vorgeht. Hierbei wird nicht einmal mehr versucht, den Anschein einer rechtsstaatlichen Begründung zu wahren. Die Regierung ist dieser Ansicht und dementsprechend werden die "erforderlichen Schritte" eingeleitet.

Selbst, wenn die israelische Regierung aufgrund der massiven internationalen Proteste - selbst der US-Außenminister Colin Powell fand mittlerweile deutliche Worte der Ablehnung - und der zu erwartenden Folgen von dem Plan absehen wollte, könnte es dafür bereits zu spät sein. Durch den offiziellen Beschluß, gegen Arafat vorzugehen und die nachfolgende Verteidigung dieses Beschlusses sowie des öffentlichen Nachdenkens über seine Tötung könnte eine Entwicklung in Gang gesetzt worden sein, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Nach jedem nun folgenden Anschlag auf Israelis - die genauso sicher passieren werden wie weitere "gezielte Tötungen" Israels - werden die Rufe lauter werden, den Beschluß "endlich" in die Tat umzusetzen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Regierung diesem Druck beugen wird.

Saeb Erakat, ein früherer palästinensischer Unterhändler bei Friedensverhandlungen hat eine Vorstellung davon, was danach passieren würde. "Wir würden sofort in Anarchie und Chaos stürzen", sagte er. "Milizen würden mit Maschinengewehren übernehmen. Das erste, was sie in Jericho, meiner Heimatstadt, tun würden, wäre in mein Büro zu kommen und mich wie den Rest der Gemäßigten zu töten. Der Grundstein dafür ist ebenfalls in Bethlehem, Hebron und anderen Städten gelegt."

Die Al-Aqsa-Brigaden hatten am Samstag gesagt, daß der "nicht aufzuhaltende Vulkan der palästinensischen Wut ausbrechen würde", sollten Yasser Arafat oder seine Mitarbeiter "angerührt" werden. An Sharon gerichtet sagten sie: "Dein Volk wird teuer dafür bezahlen denn eine Welle von Märtyrern wird jeden in Israel lebenden in die Luft jagen."




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