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Nordkorea stellt Arbeit in Nuklearfabrik ein
12.09.2003









Nordkorea hat offenbar die Arbeit in der Yongbyon Nuklearfabrik eingestellt, berichtete Reuters am Freitag.

Die USA vermuten, daß die Anlage zur Produktion von Plutonium für die nordkoreanischen Atomwaffen genutzt wird. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte bereits am Mittwoch berichtet, daß die Arbeiten zum Stillstand gekommen waren, dies wurde nun von amerikanischen Stellen bestätigt.

Allerdings ist bisher unklar, aus welchem Grund die Arbeiten eingestellt worden sind. Mehrere Möglichkeiten sind denkbar. Daß dies ein "Akt des guten Willens" sein könnte, der die Verhandlungen über die nordkoreanischen Atomwaffen erleichtern soll, scheint aufgrund der bisherigen harten Verhandlungstaktik Nordkoreas ausgeschlossen - erst kürzlich hatte das Land verlauten lassen, daß es durch die amerikanischen Positionen keinen Grund für weitere Verhandlungen sähe.

Eine weitere Möglichkeit wäre, daß es zu technischen Problem gekommen ist. Dies sollte aber wiederum zu Aktivität führen, um die Probleme zu beheben.

Die von einem US-Beamten ebenfalls genannte Möglichkeit, daß die Arbeiten bisher komplett erfolglos waren und bis auf weiteres eingestellt wurden, scheint am wenigsten glaubwürdig. Selbst die USA haben in der Vergangenheit von ernsten Anzeichen für die Herstellung von Plutonium in der Anlage gesprochen. Außerdem würde dies zum jetzigen Zeitpunkt die Verhandlungsposition des Landes unnötig schwächen.

Die letzte Möglichkeit ist natürlich, daß die Arbeiten erfolgreich beendet worden sind und alle vorhandenen 8.000 Kernbrennstäbe bereits bearbeitet worden sind. Dies würde sich mit den Angaben des Landes decken. Hierbei wäre nach Schätzungen ausreichend Plutonium für die Herstellung von mindestens 6 Atombomben gewonnen worden.

Nach Aussage der USA ist dies aber unwahrscheinlich, da in letzter Zeit keine von der Anlage ausgehenden Kryptonemissionen gemessen worden sind. Das Gas entsteht bei der Gewinnung von Plutonium aus abgebrannten Kernbrennstäben. Hier stellt sich allerdings die Frage, wie zuverlässig die Messungen sind. Zumindest theoretisch könnte es Nordkorea auch gelungen sein, die Emissionen so weit zu reduzieren, daß das Gas nicht mehr nachgewiesen werden kann.

Da die Annahme, daß Nordkorea Plutonium und damit auch Atomwaffen besitzt allerdings größtenteils auf der Aussage Nordkoreas, den durch Satellitenüberwachung festgestellten Aktivitäten um die Nuklearfabrik und der Messung von Kryptonemissionen. Es wäre also ebenfalls möglich, daß das Land absichtlich vorgetäuscht hat, Plutonium zu produzieren, um so die USA von einem Angriff abzuhalten.

Dies wäre aber nicht nur überaus riskant, es würde auch wenig Sinn machen, jetzt damit aufzuhören.

Am Donnerstag hatte AFP unter Berufung auf eine Quelle in der US-Regierung berichtet, daß Nordkorea eine neue Mittelstreckenrakete entwickelt hat. Dieses neue, mobile Modell soll wesentlich zielgenauer als die dem Land bisher zur Verfügung stehenden Modelle sein. Die Reichweite reiche allerdings nicht, um die Vereinigten Staaten zu treffen, so die Quelle.

Die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo hatte am Montag berichtet, daß die neue Rakete eine Reichweite von bis zu 4.000 Kilometern hat. Die Erwartung, daß die Rakete bei einer Parade anläßlich des 55. Jahrestages der Gründung Nordkoreas präsentiert würde, war allerdings nicht bestätigt worden.

Bei einer Ansprache anläßlich der Feierlichkeiten hatte der Generalstabschef der nordkoreanischen Armee, Kim Yong-Chun, angekündigt, die "nukleare Abschreckungsmacht als Mittel der Selbstverteidigung zu erhöhen."




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