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Goodbye, Tony!
04.09.2003









Als der britische Premierminister Tony Blair vor dem Untersuchungsausschuß zum Tode von David Kelly befragt wurde, sagte er, daß, wären die Beweise "aufgepeppt" worden, hätte zurücktreten müssen.

Dafür scheint es jetzt an der Zeit zu sein, auch wenn dies bisher in Großbritannien anscheinend niemand auszusprechen wagt.

Am Mittwoch hatten zwei Zeugen vor dem Untersuchungsausschuß ausgesagt, die dort klar sagten, daß der Bericht manipuliert worden war.

Der erste, Brian Jones, der die Geheimdienstabteilung leitete, die nach dem irakischen Programm für Massenvernichtungswaffen suchte, sagte, daß es unter seinen Kollegen große Unruhe wegen der Art, wie von ihnen gelieferte entscheidende Beweise für den Bericht verändert wurden, gegeben habe. In dem Bericht sei "zu dick aufgetragen" worden, die Ausdrucksweise war zu stark und es gab Zweifel an der Behauptung, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten Massenvernichtungswaffen einsetzen.

Jones war seiner Aussage zufolge derart unzufrieden mit der Einflußnahme durch die Politik, daß er einige Tag vor der Veröffentlichung des Berichts ein Memo an seine Vorgesetzten schrieb, in dem er seine Bedenken aufführte.

Einige seiner Mitarbeiter waren wegen "aller Aspekte" des Berichts "beunruhigt und unglücklich", sagte er. Jones, der sich als "vermutlich den führendsten und erfahrensten Geheimdienstmitarbeiter für Massenvernichtungswaffen", eine Behauptung, der zumindest von dem Verteidigungsministerium nicht widersprochen wurde, bezeichnete, machte deutlich, daß er und seine Mitarbeiter der Ansicht waren, daß der Bericht geändert wurde, um den politischen Zielen der Regierung zu dienen.

Der zweite Zeuge wurde nur als "Herr A" vorgestellt, wurde allerdings als die führende Autorität des Landes für chemische Kriegsführung bezeichnet.

"A" enthüllte, wie eine Behauptung über chemische Waffen in den Bericht eingefügt wurde, obwohl er und andere Experten dagegen protestierten. Die Regierung hatte in dem Dossier behauptet, daß der Irak in einer Anlage Phosgen für chemische Waffen produziere. Der Vorwurf war falsch und er hatte gefordert, daß er entfernt würde. Dies wurde allerdings ignoriert und die Anschuldigung blieb in dem Bericht auch bei der Veröffentlichung enthalten.

Nach der Veröffentlichung wurde die Anlage Journalisten gezeigt. An dem Tag sandte "A" eine Email an David Kelly und schrieb, daß er dem Leiter der Anlage recht gab, der gesagt hatte, daß es "ein ziemlich dummer Fehler der Briten" gewesen sei und fügte hinzu: "Sie [die Regierung] griffen nach Strohhalmen... Ein weiteres Beispiel... daß Sie und ich hätten stärker in der Sache involviert sein sollen als die Händler des Verdrehens... Hoffen wir, daß es [das Dossier] morgen nur noch Einwickelpapier ist."

Mit diesen beiden Aussagen wurde jetzt offiziell in der Untersuchung bestätigt, was schon zuvor immer wieder gesagt worden war. Das britische Dossier ist manipuliert worden, um den Krieg gegen den Irak zu begründen.

Leider ist davon auszugehen, daß Blair, getreu dem Motto "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" nicht freiwillig die Konsequenzen ziehen wird.




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