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Annan erwägt kompletten Abzug aus Irak
25.09.2003









Wie Reuters am Donnerstag berichtete, erwägt der UN-Generalsekretär Kofi Annan einen vollständigen Abzug des UN-Personals aus dem Irak.

Annan hat Quellen innerhalb der UNO zufolge am Donnerstag seine höchsten Mitarbeiter zusammengerufen, um über die Möglichkeit zu sprechen, sämtliche internationalen Mitarbeiter aus dem Irak abzuziehen, bis sich die Sicherheitslage in dem Land verbessert hat.

Am Montag war das UN-Gebäude in Baghdad erneut Ziel eines Bombenanschlags geworden, dabei wurde ein irakischer Polizist getötet und 19 Menschen, unter ihnen irakische UN-Mitarbeiter, verletzt. Am 19. August war das Gebäude schon einmal mit einer Bombe angegriffen worden. Damals starben 22 Menschen, unter ihnen der damalige Leiter der UN-Mission im Irak und enge Freund Annans, Sergio Vieira de Mello.

Nach dem zweiten Anschlag hatte die Gewerkschaft der UN-Mitarbeiter eine wütende Erklärung abgegeben, in der sie die Frage stellte "Wie viel können unsere Leute im Irak noch ertragen?" und die Forderung für einen Abzug der Angestellten wiederholte.

Das Treffen wurde von Annan anberaumt, nachdem seine Beratergruppe für den Irak, geleitet von der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Louise Frechette, die Empfehlung für einen sofortigen Abzug ausgesprochen hatte.

Derzeit arbeiten 110 ausländische UN-Mitarbeiter im Irak. Vor dem ersten Anschlag waren es noch 600.

Ein vollständiger Abzug der UN aus dem Irak hätte nicht nur für den Irak selbst schwerwiegende Folgen. Auch die USA dürften dem zumindest mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen. Zwar würde dies den Wegfall einer internationalen Instanz bedeuten, die bisher den US-Soldaten "auf die Finger geschaut" hat, andererseits wäre der Abzug aber auch eine starke Aussage über die Sicherheitslage im Irak.

Da die USA derzeit versuchen, eine breitere internationale Unterstützung für die Besatzung und den "Wiederaufbau" des Iraks zu gewinnen, wäre eine derartige Aussage der Vereinten Nationen sicherlich wenig hilfreich.

Mittlerweile wurde von dem UN-Sprecher Fred Eckhard der unverzügliche Abzug von 19 Mitarbeitern bekanntgegeben und angekündigt, daß in den nächsten Tagen noch mehr folgen würden.




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