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Wird den Amerikanern langweilig?
08.09.2003









Wie Reuters am Montag berichtete, sind US-Soldaten in die heilige irakische Stadt Najaf eingedrungen, um mit der Entwaffnung der shiitischen Milizen zu beginnen, die nach dem verheerenden Bombenanschlag vor der Moschee Imam Ali gebildet wurde um für Sicherheit in der Stadt zu sorgen, zumindest, soweit es sich um "nicht lizensierte" Waffen handelt.

Bisher hatten sich amerikanische Soldaten von der Moschee ferngehalten, um die Bevölkerung nicht durch ihre Nähe zum heiligen Schrein des Imam Ali zu provozieren.

Nicht nur, daß sie diese Provokation nun offenbar nicht mehr fürchten, sie entwaffnen damit die einzigen Gruppen, die derzeit zumindest für einen kleinen Teil Sicherheit in der Stadt sorgt und die außerdem von Geistlichen geschaffen wurden, um die Heiligtümer und die religiösen Führer der Stadt zu schützen.

Angesichts der extrem gestiegenen Verbrechensrate im Irak seit der Besetzung durch die USA mag der Gedanke, Waffen zu konfiszieren sicherlich sinnvoll erscheinen. Nicht nur, daß dies aber schon bei den gewöhnlichen Irakern auf Ablehnung stößt, wie das Ergebnis der neuen Regeln zum Waffenbesitz gezeigt hat, daß diese Maßnahme ausgerechnet bei den Milizen in Najaf begonnen wird kann nur zwei Gründe haben.

Entweder handelt es sich hierbei um eine Provokation - wie die Aktion auch von dem Geistlichen Muqtada al-Sadr bezeichnet wird - immerhin ist es schon mehrere Tage her, daß ein US-Soldat bei Kämpfen ums Leben gekommen ist. Oder es ist ein weiteres Zeichen des völligen Unverständnisses gegenüber dem irakischen Volk.

Bisher wurden Träger von "nicht lizensierten" Waffen offenbar nur gewarnt, daß ihre Waffen bei der nächsten Kontrolle konfisziert werden würden. Sollte dies tatsächlich geschehen, wäre es kaum geeignet, die Stimmung gegenüber den Besatzern zu verbessern.




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