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Kein Waffenstillstand in Israel
25.09.2003









Nachdem Israel schon direkt nach der Ankündigung Yasser Arafats, einen unbefristeten Waffenstillstand erreichen zu wollen, Ablehnung gezeigt hatte, hat am Mittwoch nun auch einem AFP-Bericht zufolge Hamas einen neuen Waffenstillstand abgelehnt.

Der geistige Führer von Hamas, Scheich Ahmed Yassin, der selbst am 6. September nur knapp einem israelischen Anschlag entkommen ist, lehnte einen Waffenstillstand kategorisch ab, solange Israel seine "Aggression" gegen das palästinensische Volk fortsetze.

Auf der ersten Pressekonferenz seit dem Anschlag - angesichts der häufigen israelischen Anschläge zeigen sich Hamas-Führer derzeit nur noch selten öffentlich - sagte Yassin: "Heute ist es nicht an der Zeit, über einen Waffenstillstand zu sprechen, während der Feind seine Aggressionen fortsetzt."

Auch das vom zukünftigen palästinensischen Premierminister Ahmed Qorai geplante Abgeben der Waffen lehnte er ab. "Unsere Leute tragen ihre Waffen, um sich selbst zu verteidigen und niemand kann ihnen diese Waffen wegnehmen, bevor unser Land und die heiligen Stätten befreit sind", sagte er.

Die Schuld hierfür gibt er einzig Israel, da das Land trotz des einseitig verkündeten Waffenstillstands weiterhin Anschläge verübt hat und den mit dem Waffenstillstand verbundenen Forderungen wie der Freilassung von palästinensischen Gefangenen nicht oder nur sehr zögerlich und unvollständig nachgekommen ist. "Trotz des Waffenstillstands hat der israelische Feind seine Aggressionen, seine Massaker und seine Zerstörungen nicht für einen Moment angehalten", so Yassin.

Yassin zeigte sich auch über die Haltung des US-Präsidenten George W. Bush verärgert, der sich am Dienstag in eine Rede vor der UN-Hauptversammlung deutlich auf die israelische Seite gestellt hatte. "In den Augen von Bush wird Terrorismus durch den Islam und durch Moslems verkörpert. Aber er muß verstehen, daß Gläubige nicht durch Drohungen beunruhigt werden und daß der Islam stärker als Bush und sein Land ist und daß der Islam siegen wird."

Ungeachtet der religiösen Botschaft schwingen in dieser Aussage Untertöne mit, die eine weitere Eskalation befürchten lassen.

Es ist zwar angesichts des israelischen Verhaltens tatsächlich wenig verwunderlich, daß Yassin einen weiteren Waffenstillstand ablehnt, trotzdem wird hier die Möglichkeit verschenkt, ein Zeichen zu setzen, welche Seite in dem Konflikt um eine friedliche Lösung bemüht ist.




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